Weshalb halten wir Vorsätze nicht ein..?

Susanna Suter, Blogartikel "Weshalb halten wir Vorsätze nicht ein?"

Kommen wir gleich auf den Punkt. Du weisst es, ich weiss es, wir alle wissen es: Allein die Tatsache, dass wir bis zum Ende des Jahres warten, um etwas an uns zu ändern, lässt schon vermuten, dass es uns, wenn wir ehrlich sind, nicht allzu ernst damit sein kann. Unsere Vorsätze, die sich meist in erster Linie um Gesundheit und Familie drehen, scheinen sobald uns der Alltag nach den Feiertagen wieder eingeholt hat, nur noch in Form von schlechtem Gewissen zu existieren, ausser man ist ein Meister der Selbsttäuschung. Wir erinnern uns:

Nachdem wir vorbildlich im Januar mit 2x wöchentlichem Workout begonnen haben, werden wir spätestens im März finden, dass der tägliche Spaziergang von 100 Metern zum Bus streng genommen schon unter Bewegung und somit Sport fällt. Während wir also auf den Bus warten, an unserer Light-Zigarette nuckeln und uns auf die Schulter klopfen, weil, hey, als wir vor ein paar Wochen einen Rückfall hatten, hätten wir auch zu unserem alten «harten» Stoff greifen können. Und jetzt stehen wir hier und sind mit einer «Light» zufrieden. Echt unglaublich, was wir erreichen können, wenn wir es nur wollen! Und mittags bestellen wir einen Caesar Salad. Wie – fettige Sauce und Kalorienbombe? Wie es das Wort schon sagt: Caesar SALAD. Kapiert? SALAT! Und wie wir alle wissen, ist Salat gesund. Eben. Sag ich doch. Also, nach dem anstrengenden Arbeitstag treffen wir uns am Abend in der Bar mit unseren KollegInnen, da wir uns ja vorgenommen hatten, unsere sozialen Kontakte mehr zu pflegen. Und während wir da so auf sie warten und an einem Strohhalm ziehen, der in einem Glas mit Schirmchen und exotischen Früchten steht, kommt uns unsere Mutter in den Sinn. Was sich im Glas befindet? Weinschorle. Nur Weinschorle. Hey, letztes Jahr haben wir doch … (siehe «Light-Zigarette» oben …) Also, zurück zu unserer Mutter; während wir also auf unsere Freunde warten, kommt uns in den Sinn, dass wir uns mehr bei ihr melden wollten. Was wir hiermit auch machen: WhatsApp Kuss-Smiley, Kuschel-Smiley, 2x pinkfarbene Herzen, 1 x rotes Herz und noch 2x die pinken. Senden – erledigt … Ach ja, und unsere Englischkenntnisse sind auch viel besser geworden, seitdem wir unsere Serien in Originalfassung anschauen. Wie, deutscher Untertitel? Ja, wieso?

Die meisten von uns kennen dieses Szenario, wobei die Vorsätze natürlich variabel sind, jedoch nicht wirklich erfreulicher enden, als oben beschrieben. Wir alle sitzen im selben Boot, das auf den Namen «Vorsätze» getauft wurde. Wir verbringen viel Zeit damit, in dieses zu steigen, und meist doppelt so viel, es wieder zu verlassen. Wir könnten uns doch einmal fragen, warum wir uns überhaupt Vorsätze nehmen? Meist, weil ein Ungleichgewicht in unserem Leben entstanden ist. Wir tun etwas zu viel, zu wenig oder gar nicht. Das Zuviel oder Zuwenig kann viele Gründe haben; z. B., weil es von uns erwartet wird, weil wir glauben, keine andere Wahl zu haben, oder weil wir denken, uns so belohnen zu können.

Weiter könnten wir uns fragen, was wir alles in unserem Leben tun, obwohl wir es gar nicht wollen, und weshalb wir Dinge unterlassen, die wir gerne täten? Wie viel von uns selbst steckt eigentlich in unserem Leben, in unserer Arbeit, in unseren Beziehungen?

Und wenn wir uns wirklich Zeit nehmen, über diese Fragen zu sinnieren, wird uns bewusst, weshalb es meistens mit unseren Vorsätzen nicht klappt: weil sie ein Symptom beheben sollen, aber nicht die Ursache.

Und wenn du es nicht lassen kannst, einen Vorsatz zu fassen, dann würde ich dich gerne zu Folgendem ermutigen: Werde zur Person, die du in Wahrheit bist, und nicht zu der, die andere haben wollen. Wenn du diesem Weg folgst, dich diesem EINEN Ziel verschreibst und voll hingibst, wird sich alles in deinem Leben zu deinen Gunsten fügen. Glaub mir, deine ganze Energie in diesen Vorsatz fließen zu lassen, wird dich um so viel reicher, freier und unabhängiger machen als jede Idealvorstellung von dir als Superwoman/Superman in Skinny Jeans, die dir vielleicht gar nicht entspricht! Denn nur wenn du weisst, was dich glücklich, lebendig, mitfühlend macht, können diese Dinge den Weg zu dir finden. Und du musst auch nicht mehr suchen, denn es wird dich finden, wenn dein Herz dir leise zuflüstert: «Du bist bereit.» Es werden wunderschöne Momente der Stille sein, wo du ganz bei dir bist, wo du spürst, was zu tun ist. Wo du weisst, was du loslassen möchtest und was du Neues in dein Leben bringen willst.

DU bestimmst, wann du so weit bist. Und nicht, weil draussen Feuerwerk knallt und das Jahr eine neue Zahl hat, sondern weil eine neue Zeit in DIR anfängt.

 

Ich wünsche dir Liebe, Licht und Frieden und das Bewusstsein, dass du nicht alleine bist!

 

 

Fühl' dich umarmt, geliebt und gesegnet.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    MZ (Montag, 31 Dezember 2018 14:09)

    Toller Beitrag! Mit viel Charme, Witz und Weisheit.