Lebst du deine Sinnlichkeit?

Susanna Suter, Blogartikel "Lebst du deine Sinnlichkeit?"

Läuft bei dir ein Kopfkino ab, wenn du das Wort «Sinnlichkeit» hörst? Wenn ja, wird dir dieser Beitrag wahrscheinlich gefallen. Und falls bei dir kein Kopfkino abläuft: Lass dich inspirieren! Aber um eines gleich am Anfang klarzustellen: Nein, das wird kein Text über Sexualität. Jedenfalls nicht gleich.

Was ist denn eigentlich Sinnlichkeit, ausser sexueller Sinnlichkeit, an die die meisten von uns zuerst bei diesem Wort denken? Sinnlichkeit heisst für mich: Ich empfinde, spüre Angenehmes. Sie kann beruhigend, erfrischend, erhellend sein, sie kann exquisit, speziell, anregend und erregend sein. Sie schwingt noch nach, auch wenn der berührende Moment schon wieder vorbei ist.

Sinnlichkeit kann aber auch zu einer suchtmachenden Verführerin werden, die dazu verleitet, noch mehr von ihr zu wollen. Was meist ein unschönes Ende nimmt.

Susanna Suter, Blogartikel "Lebst du deine Sinnlichkeit?"

Die Sinnlichkeit gehört zum Menschen und ist überall: Um uns und in uns. Nur sehen beziehungsweise spüren wir sie kaum noch. Zudem macht die heutige Reizüberflutung es der filigranen Göttin namens Sinnlichkeit schwer, sich zu zeigen. Denn in einer Welt von «besser, schneller, höher, weiter» wird sie oft zum Konsumgut degradiert. In diesem Bereich dürfen wir uns fragen: Wie definiere ich Genuss? Ist Genuss schlussendlich eine Frage des Konsums? Wenn es teuer ist, dann kann ich es geniessen? Ich geniesse also die Exklusivität, aber nicht die Sache an und für sich. Dann dürfen wir uns fragen, ob hier die Sinnlichkeit oder die Eitelkeit gelebt wird.

Sinnlichkeit setzt einen wesentlichen Punkt voraus: Man(n)/Frau muss geniessen können. Und Genuss ist nur möglich, wenn mir bewusst wird, dass er überhaupt einer ist. Das heisst, ich lasse mich auf ihn ein. Vielen fällt dies schwer, weil es auch damit zu tun hat, Kontrolle abzugeben. Sie haben geradezu Angst vor ihrer Sinnlichkeit, weil diese sie auch verletzlich macht. Das ist auch so. Um Sinnlichkeit spüren zu können, müssen wir uns selbst spüren. Müssen zulassen. Und so hat der Wind des Verstandes und der Angst schon manches schöne Feuer des Moments ausgelöscht. Dabei vergessen wir, wie viel Schönes wir dabei verpassen:

Wenn wir uns hingeben an den einen Moment des Seins, an das Jetzt, kann ein Brötchen, das wir bei Sonnenschein auf einer Wiese lustvoll vor uns hin knabbern, mehr Genuss sein, als ein Fünf-Gänge Menü von einem Meisterkoch. Kann ein zärtlicher, inniger Kuss lustvoller und verheissungsvoller sein als alles bisher Erlebte. Und der Klang von Musik kann uns so ergreifen und berühren, als wären wir in feinsten Samt gehüllt. 

Es ist nicht schwer, deine Sinnlichkeit zu finden, denn sie ist ein Teil von dir, ein Teil deiner Wahrheit. Wenn du mehr Sinnlichkeit in deinem Leben willst, schalte deinen Kopf aus und frage dich ganz bewusst, wie sich etwas anfühlt. Frage dich das auch in deinem Alltag: Wie riecht deine Zahnpasta, dein Parfum, wie fühlt sich das Badetuch an, in das du dich nach dem Duschen hüllst, wie schmeckt das Essen, das Getränk? Ist das alles angenehm für dich und fühlt es sich gut an? Wenn nicht, achte doch in Zukunft mehr darauf, wenn du sogenannte Alltagsartikel kaufst, dass sie für dich angenehm sind. Unterschätze diese Kleinigkeiten bitte nicht.

Du siehst, egal welchen unserer Lebensbereiche es betrifft: Wer geniessen will, muss sich fallen lassen können – in diesen einen Moment, sich hingeben. Das gilt vor allem auch für die Sexualität. Aber diese hat leider allzu oft nichts mit Sinnlichkeit zu tun. Wohl haben alle Menschen eine Sexualität, aber nicht alle eine Erotik. Das ist für mich nicht dasselbe. Beim Ausleben der Sexualität geht es primär um das Ziel der Befriedigung. Bei der erotischen Sinnlichkeit ist es der Weg, der zählt.

Susanna Suter, Blogartikel "Lebst du deine Sinnlichkeit?"

Doch um unsere Sinnlichkeit mehr zu geniessen, brauchen wir vor allem die richtige Einstellung zu unserem Körper. Wenn wir ihn knechten und nur als unser Vehikel ansehen, um uns von A nach B zu bringen, wird Sinnlichkeit schwer. Wir haben verlernt, unseren Körper zu geniessen und wertzuschätzen, dafür sparen wir nicht mit Kritik und Anforderungen an ihn. Wie wollen wir denn da frei sein für erotische Sinnlichkeit? Dies betrifft leider vor allem noch immer viele Frauen.

Dabei haben wir ja einen Körper, gerade um sinnliche Erfahrungen zu machen, denn dies ist auch der Wunsch unser aller Seelen: Wir möchten gerne andere positiv berühren, wie auch angenehm berührt werden. Ob seelisch oder körperlich. Und im Idealfall beides zusammen. Und dies nicht nur im erotischen Sinne.

Sinnlichkeit ist so individuell wie wir. Es gibt zwei Attribute der Sinnlichkeit, die mir an ihr gefallen: Sie hat für jeden von uns etwas dabei und sie ist ehrlich. Denn Sinnlichkeit kann man nicht spielen. Sie ist wahr, rein. Sie ist das pure Glück des Moments.

Lade also die Sinnlichkeit in dein Leben ein, denn sie bedeutet Freude und Lust am Leben, uns selbst zu lieben, zu ehren und uns das zu geben, was wir brauchen.

Sie lässt in uns das Bewusstsein entstehen, dass unser Leben ein Privileg ist, keine Selbstverständlichkeit.

 

Auf deinem einzigartigen Weg wünsche ich dir Liebe, Licht und Frieden und das Bewusstsein, dass du nicht alleine bist!

 

 Fühl' dich umarmt, geliebt und gesegnet.

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